aktuelle Informationen

Darmstädter Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit

Veranstaltungshinweise

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde der Darmstädter Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit,

gern machen wir Sie auf eine eigene Veranstaltung wie auch auf eine Filmvorführung von Kooperationspartnern aufmerksam:

 

Im Rahmen des Gedenkjahres 2016 mit dem Schwerpunkt  „25 Jahre Hoyerswerda“

laden die Wissenschaftsstadt Darmstadt und der Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.“ in Kooperation mit dem programm-kino rex

für Sonntag, 2. Oktober, um 17.30 – 20.30 Uhr

zur Vorführung des Filmes „Nach dem Brand“ mit anschließendem Gespräch ein.

Am 23. November 1992 legten Neonazis in Mölln einen Brand im Haus der türkischstämmigen Familie Arslan. Bei der Tat verlor der damals siebenjährige Ibrahim Arslan seine Schwester, seine Cousine und seine Oma.

Der Dokumentarfilm „Nach dem Brand“ begleitet die Familie über mehrere Jahre bei dem Versuch, mit der Trauer und dem Trauma umzugehen. Der Film ist das eindrückliche Porträt einer Familie, die über zwei Jahrzehnte

nach dem Brandanschlag noch immer mit den Folgen der erlebten Gewalt und der Sinnlosigkeit ihres Verlustes ringt.

Im Anschluss an die Filmvorführung findet ein moderiertes Gespräch mit dem Überlebenden und Aktivisten Ibrahim Arslan statt. Er lebt jetzt

Eintritt frei!

Ort: programmkino rex, Wilhelminenstr. 9, Darmstadt.

 

 

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und die Ev. Erwachsenenbildung laden im Rahmen des „Gedenkjahrs 2016“ zu einem Vortrag ein:

Mittwoch, 5. Oktober, 19.30 Uhr, Das Offene Haus. Evangelisches Forum, Rheinstr. 31

Vom Gelben Flicken zum Judenstern? Judenabzeichen im islamischen Nahen Osten und im christlichen Europa

Referent: Prof. Dr. Jens Scheiner, Arabistik/Islamwissenschaften, Göttingen

Vor 75 Jahren, am 19.9.1941, trat die von Heinrich Himmler am 1.9.41 erlassene „Polizeiverordnung über die Kennzeichnung der Juden“ in Kraft. Sie verpflichtete alle Juden ab sechs Jahren zum Tragen eines gelben Sterns auf der linken Brustseite der Kleidung. Frühere Formen der Stigmatisierung von Juden hat es seit dem 9. Jh. in unterschiedlichen muslimischen Gesellschaften gegeben. Die ersten uns bekannten Erlasse stammen aus Bagdad; spätere Belege haben wir aus Ägypten, Nord-Afrika und dem muslimischen Spanien. Anfang des 13. Jh. erlassen aber auch die lateinisch-christlichen Bischöfe Europas bestimmte Kleidervorschriften für Juden (und Muslime).

Der Vortrag geht der Frage nach, ob man eine direkte historische Linie zwischen muslimischen und christlichen Formen der Kennzeichnung von Juden und dem nationalsozialistischen Judenstern als Mittel der Isolierung, Diskriminierung, Ausgrenzung und Entrechtung der Juden ziehen kann? Griff man bei der Einführung des „Judensterns“ auf mittelalterliche Vorbilder zurück? Waren den christlichen Bischöfen im Mittelalter die islamischen

Abzeichen für Juden bekannt? Ist es Zufall, dass alle drei Stigmata gelb waren?

Eintritt: 3 Euro

 

(Autor/in des Artikels: Pia C. Kuner 2016-09-30 09:30)