Aktivitäten und Veranstaltungen

Seminarworkshop Arbeitslosigkeit: Protest und Widerstand

17. - 20. Mai 2017 in Leipzig

Arbeitslosigkeit – Protest und Widerstand

 

Du siehst mich – angesehen sein, wahrgenommen werden ist das Motto des evangelischen Kirchentages 2017.

Angesehen sein und wahrgenommen werden ist auch das Anliegen der 19 Teilnehmer eines Seminarworkshops der Arbeitslosenseelsorge des Bistum Mainz.

Wenige Tage vor Beginn des Kirchentages trafen sich Mitglieder aus Erwerbsloseninitiativen München, Bamberg und Südhessen in Leipzig um sich einerseits mit den Ereignissen der friedlichen Revolution 1989 in Leipzig und andererseits mit dem berühmten Thesenanschlag von Martin Luther an der Schlosskirche zu Wittenberg von 1517 zu beschäftigen und den Bogen zu schlagen zum Skandal der Arbeitslosigkeit und dem Anliegen, dass mit ArbeitFAIRteilen 2017 eine gerechtere Arbeitswelt mit Arbeit und gerechter, ausreichender Bezahlung für alle geschaffen wird.

 

Die nachhaltige Reform ohne Gewalt, initiiert durch Martin Luther 1517 in Wittenberg und durch die Friedensgebete in der DDR, besonders in der Nikolaikirche in Leipzig, die dann letztendlich 1989 die Wende einleiteten, inspirierten die Teilnehmer, ebenfalls ein Zeichen zu setzen mit einem friedlichen Protest gegen die Ungerechtigkeiten der Arbeitswelt 2017.

 

Skandal der Arbeitslosigkeit war dann auch das Motto auf dem Rücken der schwarzen T-Shirts in denen die Teilnehmer der Aktion zur Schlosskirche zu Wittenberg gingen; auf der Vorderseite  stand:

 

Protest und Widerstand

1517 Martin Luther

1989 Revolutionsstadt Leipzig

2017 ArbeitFAIRteilen

 

Zwei Balken aus Abfallholz vor dem Lutherhaus wurde zum Kreuz der Arbeitslosigkeit. Dieses Kreuz wurde zur Schlosskirche getragen und vor der Tür mit den Thesen  aufgestellt.

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Das Lied, Go Down Moses - when Israel was in Egypt’s land, in dem die Freilassung der Israeliten aus der ägyptischen Sklavengefangenschaft gefordert wird, leitet die Aktion ein.

 

Anschließen wurden die Forderungen von einzelnen Teilnehmern vorgelesen.

 

Wir fordern gute Arbeit

  • Jeder / jede muss von seinem Einkommen leben können

  • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

  • Vereinbarkeit von Arbeit und Familie, besonders bei Kindererziehung und Pflege

  • Integrierter Arbeitsmarkt, ein Arbeitsmarkt für alle

  • Lobby für Erwerbslose in Berlin

  • Abschaffung der Sanktionen bei Hartz IV

  • Hartz IV weg, stattdessen BGE

     

Jede der Forderungen wurde durch den Ruf Kyrie Eleison bekräftigt und die Plakate mit den Forderungen wurden an das Gitter vor der Tür geheftet, symbolisch angeschlagen.

Die Passanten, vor allem Touristen, reagierte verwundert, neugierig, durchweg freundlich, hinterfragten die Aktion.

Dann mischten sich die 19 Aktivisten mit Keksen unter das Publikum und boten Arbeitsplätzchen an.

Viele der Passanten nahmen das Angebot an und es kam zu interessanten Gesprächen und Gedankenaustausch, den Forderungen wurde zum Teil bedingungslos zugestimmt, manche der Forderungen wurden kritisch hinterfragt.

 

Wir waren angesehen, wir wurden wahrgenommen! Mit der großen Hoffnung, dass das nicht nur auf die Menschen vor der Schlosskirche zu Wittenberg am 19.Mai 2017 zutrifft, sondern dass die Forderungen auch in großem Umfang Gehör, Beachtung und Reaktion finden, beendeten die Aktivisten den friedlichen Protest.

 



Und hier gibt es 3 kleine Video-Sequenzen der Aktion


https://youtu.be/KOGtVQCj6qY


https://youtu.be/ebYBRQd6Jqs


https://youtu.be/ns86xVlsWZ8




(Autor/in des Artikels: Pia C. Kuner 2017-05-22 08:02)